Neues von der "Bürgerinitiative für Hochwasserschutz e.V.", Kobern-Gondorf
Wir, der Vorstand der Bürgerinitiative für Hochwasserschutz, fuhren am 20.08.08 nach Andernach,
um uns bei Oberbürgermeister Achim Hütten und dessen Mitarbeiter Herrn Hillesheim vom
technischen Tiefbauamt der Stadt Andernach über deren Erfahrungen mit dem, in Andernach
bereits realisierten, Hochwasserschutzdamm auszutauschen.
Herr Hütten und Herr Hillesheim nahmen sich viel Zeit für unsere Fragen und wir konnten viel
Interessantesund Neues erfahren, was uns bei unserem Vorhaben "Schutzdamm für Kobern"
sicher in Zukunft von Nutzen sein wird.
Herr Hütten hat uns auch anschaulich erläutert, welchen positiven Ruck dieses Projekt in der
ganzen Bevölkerung und vor allem bei Gewerbetreibenden ausgelöst hat. In der ganzen
Stadt sei eine Aufbruchstimmung im Gange. Da wird renoviert und neu gestaltet und wo
vorher Lethargie herrsche, seien jetzt viele Anwohner und Geschäftsleute regelrecht euphorisch
zu Gange. Viele Gastronomen haben, da sie erst seit dem Dammbau einen wirtschaftlichen
Sinn darin sahen, Ihre Fassaden und Außenterrassen neu gestaltet, was sicher auch zu dem
Übernachtungsplus von 28% beigetragen hat, welches man 2007 in Andernach verzeichnen konnte.
Auch die Andernacher hätten im Vorfeld viele Gegner und Widersacher von einem Hochwasserdamm
zu überzeugen gehabt. Diese seien aber mittlerweile allesamt verstummt.
Angeregt wurde von Herrn Hütten zudem, eine Hochwassernotgemeinschaft Mosel zu gründen. Eine solche,
am Rhein bereits seit Jahren erfolgreich agierende Gemeinschaft, könne viel bewegen und zudem könnten
viele Missverständnisse der Gemeinden untereinander ausgeräumt werden, wenn es zum Beispiel darum geht,
wieviel mehr an Wasser durch einen Dammbau dann bei den anderen Gemeinden eventuell ankäme.
Fachleute können gemeinschaftlich gehört und Projekte gezielter durchgesetzt werden.
Nach dem sehr guten Gespräch zeigte uns Herr Hillesheim voller Stolz den Damm vor Ort und die neu
gebaute Pumpanlage. Es war alles sehr beeindruckend für uns und durch die Begeisterung für das Projekt,
machte Herr Hillesheim uns technischen Laien vieles leicht verständlich. Überhaupt war es die Begeisterung
dieser beiden Herren, die wohl auch mit entscheidend war, dass dieses Jahrhundertbauwerk in nur 5 Jahren
von der Theorie in die Tat umgesetzt werden konnte.
Dieses durchweg positive Erlebnis hat uns einmal mehr in unserer Meinung bestärkt, dass man nur wirklich
wollen und andere dabei mitreißen muss, wenn man etwas in Bewegung bringen will.
Zur Zeit vergleichen wir die Unterlagen der Andernacher, die zur Genehmigung des Dammes benötigt wurden,
mit unserem ablehnenden Bescheid der SGD-Nord. Da die Voraussetzungen für das Nutzen/Kosten Verhältnis
unserer Meinung nach in Kobern ähnlich sein müssten wie in Andernach, sind wir gespannt, was wir dabei heraus
finden werden.
Wir standen jedenfalls vor dem Damm und dachten nur:" Was muss das für eine tolles Gefühl sein, wenn man
keine Angst mehr vor einem Hochwasser haben muss!"
Dass wir dieses Gefühl auch in Kobern einmal haben werden, dafür kämpfen wir nun, Dank dem Besuch in Andernach, weiter motiviert.